Ordnung auf der Festplatte
Um längerfristig Herr über das Datenchaos auf der eigenen Festplatte zu bleiben sollte man sich ein System zur Ordnung auf der Festplatte ausdenken. Denkanstöße gibt es in diesem Artikel.
Unordnung
Du wirfst alles, was dir irgendwann mal wichtig erscheint, in einen Schrank. Und wenn der voll ist, beschriftest du ihn mit Wichtige Sachen, trägst ihn auf den Dachboden, kaufst dir den nächsten Schrank gleicher Bauart und machst so weiter wie bisher.
Das sei unrealistisch, meinst du? Warum also existieren auch auf deinem Rechner Datenhalden mit vielsagenden Namen wie Eigene Dateien oder Neuer Ordner(2)?
Fakt ist, dass es am Ende mehr Zeit kostet, bestimmte Dateien wiederzufinden, als sie von Anfang an richtig zu sortieren oder gleich zu löschen. Denn im schlimmsten Fall gehen nicht nur kostbare Minuten Lebenszeit verloren, sondern auch die Dateien selbst; auf Disketten, CDs, DVDs, USB-Sticks und Festplatten.
Wer eine Digitalkamera, einen DSL-Anschluss und viel Festplatten-Kapazität besitzt, sollte besser ein Ordnungsfanatiker sein und nicht nur alle paar Monate mal klar Schiff machen. Denn es ist wahrlich kein Spaß, gigabyteweise Bilder, Videoclips, PDF-Magazine, Programme, Addons, Plugins und MP3s umzuschichten.
Nach einiger Zeit ist der User dem Chaos nicht mehr Herr, es folgt eine unaufhaltsame Ansammlung liegen gebliebener Downloads und Neuzugänge. Auffindbar ist dank ungenügender Beschriftung Nichts mehr und ein Headcrash bzw. Totalausfall der Festplatte würde wie ein Befreiungsschlag wirken.
Wer also von Anfang an Ordnung hält, blickt nicht nur besser durch in seiner digitalen Schatzkammer, sondern setzt sich auch nicht der psychischen Belastung aus, die überquellende Festplatten auf ihre Besitzer ausüben.
Denn es ist anzunehmen, dass Datenmessies erst wieder unbeschwert leben können, wenn ihre vermüllte Platte an Headcrash, Kurzschluss oder Altersschwäche verreckt ist. Dass sie sich wie Hans im Glück fühlen, weil sie nun all das Zeug nicht mehr ‘irgendwann mal’ anschauen müssen.
Aufräumarbeiten
Zu allererst gilt es, jede zusätzliche Vermüllung zu stoppen. Neue Dateien und Downloads musst du ab sofort in sinnvoll angelegte Ordner abspeichern, sonst hört das Drama niemals auf.
Beispielsweise ist zwar im Browser ein Standard-Downloadordner festgelegt, es ist aber besser für Übersichtlichkeit und Nerven, wenn man alles sofort richtig einsortiert und nicht erst ‘später’.
Große Mengen artverwandter Dateien – wie zum Beispiel eine Foto-, PDF- oder MP3-Sammlung – solltest du archivieren. Am besten nach Aufnahmedatum oder Künstler sortieren und auf DVD-Rohlingen bzw. externen Festplatten für die Zukunft sichern. Das entschlackt die rechnerinterne Festplatte erheblich.
Außerdem solltest du einen Software-Check durchführen; Programme und Programmkomponenten löschen, die du nicht benötigst, alte Versionen durch aktuelle ersetzen und vielleicht auch nach besserer Software suchen. Für all diese Aufräumarbeiten gibt es Hilfsprogramme, die leider nicht alle bereits im Betriebssystem integriert sind.
Auf keinen Fall aufheben solltest du Dateien, die du ganz bestimmt niemals mehr benötigen wirst. Aber Vorsicht: Dieser Schritt sollte der schwerste sein. Denn selbst, wenn dir auf Anhieb kein Grund für den Nutzwert (bzw. die Existenz) einer Datei einfällt, könnte sie sich später als wichtig erweisen. Später, wenn du sie unwiederbringlich gelöscht hast.
Ebensowenig solltest du auf Teufel komm raus ausmisten. Merksatz hier: Brenne niemals randvolle Pseudo-Backup-DVDs, nur, damit du wieder Platz auf der Festplatte hast. Denn du wirst diese DVD zu Ihresgleichen auf irgendeine Spindel stecken und vergessen. Und später dann stundenlang Silberlinge einlesen auf der Suche nach den Geburtstagsfotos vom letzten Jahr.
Ordnung von Anfang an
Den größten Nutzen bringt es logischerweise, wenn du Programme und Dateien bereits übersichtlich sortierst, bevor Chaos überhaupt entstehen kann. So zum Beispiel mit einer partitionierten Festplatte, auf der das Betriebssystem und die Programme von den selbst erstellten und angesammelten Dateien getrennt lagern.
Ebenso logisch ist es, auf der Datei-Partition eine nützliche Ordnerstruktur zu schaffen, bevor die ersten Daten eintreffen. Verzeichnisse mit Namen wie Entertainment oder Lesestoff reichen dafür aber noch längst nicht aus.
Alles in allem sollte die Ordnerstruktur so feingliedrig wie nötig angelegt werden. Ein Schüler könnte beispielsweise einen Hauptordner Hausaufgaben mit den einzelnen Fächern als Unterordner anlegen. Selbstständige wiederum könnten einen Ordner Projekte mit Ihren Kunden als Unterordner brauchen, nur, um dort wiederum jedes diesem Kunden zugewiesene Projekt einzuordnen.
Das letzte Beispiel zeigt jedoch, dass es nicht immer einfach ist, von Anfang an eine logische Ordnerstruktur zu erstellen. Denn was wäre, wenn ein Projekt mehrere Kunden betrifft? Und auch die ordentlichste Festplatte garantiert nicht, dass ihr Inhalt es auch wert ist, gespeichert zu werden. Beziehungsweise, dass jemals wieder auf Archiviertes zugegriffen wird.
Andererseits kann man sich auf solch ein aufgeräumtes Datenarchiv schon was einbilden. Und sei es auch nur der Aufgeräumtheit selbst wegen.
